Dieses Außenmeeting war ein inspirierender Abend im Gutshof Mengersdorf. PD Dr. Gregor Aas, ehemaliger Leiter des Ökologisch-Botanischen Gartens der Universität Bayreuth und 1. Vorsitzender des Verein Forum Zukunftswald e.V. gab Einblicke in die Frage, wie der Wald von morgen aussehen kann – und was wir heute dafür tun können. In seiner eindrucksvollen Präsentation zeigte er uns, dass unsere heutigen Wälder historisch bedingt überwiegend aus Fichten- und Kiefernforsten bestehen, obwohl Mitteleuropa natürlicherweise von Laubwäldern geprägt wäre. Diese Monokulturen entstanden zur Lösung der Holzknappheit im 18. und 19. Jahrhundert, erweisen sich heute aber als besonders anfällig. Durch den Klimawandel mit steigenden Temperaturen und zunehmender Trockenheit kommt es zu massiven Schäden, vor allem bei der Fichte, zunehmend aber auch bei Kiefer und Buche; zusätzlich verschärfen eingeschleppte Krankheiten die Situation. Als Antwort darauf ist ein gezielter Waldumbau notwendig: Statt gleichförmiger Bestände sollen artenreiche, klimastabile Mischwälder entstehen. Dafür werden neben geeigneten heimischen Baumarten auch solche aus wärmeren Regionen Europas und anderer Weltgegenden benötigt, da sich unser Klima räumlich „verschiebt“. Der Waldumbau kann nicht allein der Naturverjüngung überlassen werden, sondern erfordert aktive Pflanzungen, langfristige Planung und gesellschaftliche Unterstützung, etwa durch angepasste Wildbestände.
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| PD Dr. Gregor Aas erklärt den "Wald im Wandel" |